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Nam, June Paik

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Der Paik/Abe-Synthesizer

Zusammen mit dem Fernsehtechniker Shuya Abe baute Paik 1969-71 einen Videosynthesizer, der es ihm ermöglichte sieben verschiedenen Quellen auf einen Schlag zu redigieren: Redigieren in realer Zeit. Sieben Kameras sind auf sieben Farben gestimmt, von denen jede nur jeweils eine Farbe aufnimmt. Eine Tastatur für das Mischen und eine winzige Uhr, die die Farben – von ultraviolett bis infrarot – umkehrt, ergänzten die Ausrüstung.
In seinem Manifest „Versatile Video Synthesizer“ zeigte Paik einige Anwendungsmöglichkeiten für das Gerät auf. Die Eigenschaften der Bildvariation verknüpfte er mit große Namen der Kunstgeschichte:
This will enable us to shape the TV screen canvas
as precisely as Leonardo
as freely as Picasso
as colorfully as Renoir
as profoundly as Mondrian
as violently as Pollock and
as lyrically as Jasper Johns.


Einige der wichtigsten Bänder Paiks:

Global Groove (1973)
30 min, Farbe, Ton
Am Anfang steht der aus dem Off gesprochene Satz „This is a glimpse of a new World when you will be able to switch on every TV channel in the world and TV guides will be as thick as the Mannhattan telephone book.“
Darauf steppen Tänzer zu amerikanischer Rockmusik, werden japanische und koreanische Tänze von einer singenden und trommelnden Navajo-Indianerin und einem Faustkampf von Schwarzafrikanern abgelöst, dazwischen taucht ein amerikanischer Werbespot für Pepsi auf. Der ruhige Rhythmus der Teile mit Allen Ginsberg und dem Anekdoten erzählenden John Cage unterbricht das schnelle Tempo. Ausschnittsweise sind Performances von Paik und Moorman zu sehen.
Die Struktur von „Global Groove“ ist somit beispielhaft für alle weiteren Bänder. Es enthält wenig eigenes Material, größtenteils stammt es von Freunden wie Jud Yalkut oder Robert Breer. Es beinhaltet auch ganz frühe Experimente wie den verzerrten Richard Nixon.

A Tribute to John Cage (1973)
60 min, Farbe, Ton
Dieses Band entstand anläßlich des 60. Geburtstags des Komponisten und zeigt eine Nachstellung der Uraufführung seiner Komposition „ 4min 33sec“ von 1952 und Cage, der Anekdoten erzählt. Die Sequenzen, die Cage und sein Werk vorstellen, werden abgelöst von Teilen, die zu diesen in direktem Bezug stehen und von Ausschnitten aus anderen Bändern Paiks.

Merce by Merce by Paik (1975)
30 min, Farbe, Ton
Der Tänzer Merce Cunningham gehört zu den Revolutionären des amerikanischen Tanzes. Seine Choreographie ist geprägt von natürlichen Bewegungen wie Laufen, Gehen usw. und hat sich damit vom Klassischen Ballett weit entfernt.

Suite 212 (1977)
30 min, Farbe, Ton
„Suite 212“ bestand ursprünglich aus 30 Folgen zu je fünf Minuten mit Bildern von New York, die im April 1975 jeden Abend von Channel 13 nach Sendeschluß gezeigt wurden. Das frühe Material wurde später durch eine Vielfalt an anderen Bildern erweitert.

Lake Placid (1980)
4 min, Farbe, Ton
„Lake Placid“ entstand während der Olympischen Winterspiele ebendort. Der Zusammenschnitt konzentriert sich auf Bewegungsabläufe verschiedener Sportarten.

In fast allen Bändern verzichtet Paik auf eine nur aus eigenen Aufnahmen bestehende Gestaltung. Er nutzt zwar die Möglichkeit, mit Hilfe des Videorekorders eigenes Material zu produzieren, doch wird dieses immer durch aus anderen Zusammenhängen stammendes Material ergänzt, häufig ist es das Fernsehen selbst, das Paik als „Materialdepot“ beansprucht. Das Prinzip der Collage führt so zu einer formalen und inhaltlichen Durchdringung unterschiedlicher Bereiche. Eine solcherart in der Werkstruktur angelegte Verbindung von verschiedensten Bereichen zielt letztlich auf eine Relativierung von „Hochkunst“ und „Massenkultur“ ab.
Durch die Fülle des Materials und die Geschwindigkeit der Schnitte kann der Betrachter sich dem Dargestellten nicht nachvollziehend nähern und ist daher aufgerufen, selbst aktiv zu werden und für sich die durch Schnitte voneinander getrennten Sequenzen zu kombinieren, um ihnen damit erst Sinn zu verleihen. Dieser immer subjektive Sinn bricht die dem Fernsehen eigene Struktur der „One-way-communication“ auf.
Paik hinterfragt visuelle Kommunikationsprozesse und spielt mit der Erwartungshaltung des Rezipienten.

  
Nam June Paik: Videokunst in Museen / Globalisierung und lokale Rezeption
Siehe auch:
Deadly Nam
von Jan Hendrik Thiele, Samuel Müller, und Urs Peter Hagedorn (in DVD & Blu-ray)
The Vietnam War - A Tour Of Duty [UK Import]
(DVD (in DVD & Blu-ray)
Andy McNab's Tour Of Duty [UK Import]
(DVD (in DVD & Blu-ray)
Manual for Successful Rioting
von Birdy Nam Nam (in Musik)
Tour Of Duty [VHS] [UK Import]
von Terence Knox, Stephen Caffrey, Stan Foster, und Joshua Maurer (in DVD & Blu-ray)
 
   
 
     
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