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Nam, June Paik

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Exposition of Music – Electronic Television

1962/63 entschloß Paik, etwas völlig Neues zu wagen. In einem Hinterzimmer seines Ateliers experimentierte er heimlich mit einem Fernsehtechniker. Da er sich keine Kamera leisten konnte, konzentrierte er sich auf die Funktionen des einzelnen Gerätes.
Im März 1963 fand die erste Einzelausstellung Nam June Paiks in der Wuppertaler Galerie Parnass statt – zugleich die erste Ausstellung in Deutschland, die veränderte Fernsehgeräte als Kunstobjekte zeigte. Der Titel „Exposition of Music – Electronic Television“ weist auf die beiden Themen Musik und Fernsehen hin. Zum ersteren gehörten vier präparierte Klaviere, zwei doppelte Schallplattenschaschliks, drei Tonbandarrangements „Random Access“ und zahlreiche Objets Sonores („Zen for Wind“). Bei den meisten Objekten war Besucherbeteiligung Teil des Konzepts, das Drücken der Klaviertasten schaltete etwa Heizlüfter, Radios, Filmprojektoren und andere Geräte ein. Die Veränderungen an den Objekten sollten ganzheitliche Erfahrungen ermöglichen, die alle Sinne ansprachen und darüber hinaus ganz unvorhersehbare Dinge geschehen ließen.
„Electronic Television“ nahm eine gesonderte Stellung innerhalb des Gesamtkonzepts ein, was schon allein dadurch sichtbar gemacht wurde, daß sich 11 der 12 Schwarzweißfernseher in einem eigenen Raum befanden. Eines der Geräte war nach dem Transport plötzlich defekt. Es zeigte nur mehr eine horizontale Linie, was Paik dazu inspirierte, es um 90 Grad zu drehen („Zen for TV“). Auf vier der Apparate erschienen die Bilder durch innere Eingriffe in negativer Umkehrung, rollten sich um die Mittelachse zusammen und wurden von Sinusschwingungen gestört. Bei „Point of Light“ war ein Radio angeschlossen, das je nach Lautstärke einen hellen Punkt in der Mitte des Fernsehers immer größer bzw. kleiner werden ließ. An „Kuba TV“ war ein Tonbandgerät gekoppelt, das das Bild je nach Amplitude größer oder kleiner werden ließ. Zwei Geräte mit gestreiften Bildschirmen wurden auch von Radiogeräten beeinflußt. Weitere Fernseher hatten ein Mikrophon bzw. einen Fußschalter angeschlossen, deren Impulse, jeweils über einen Tonverstärker geleitet, ein Punktefeuerwerk auf dem Bildschirm erzeugten.
Die Störungen der Geräte unterschieden sich von den „normalen“ Bildstörungen dadurch, daß eine bestimmte Struktur der Bildstörung bereits durch die Art des technischen Eingriffs vorgegeben war. Der Inhalt spielte nur eine sekundäre Rolle. Vielmehr untersuchte Paik die technischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen mit dem Ziel, die Einwegstruktur aufzubrechen und Eingriffsmöglichkeiten zu schaffen.

Die Videoinstallationen


Edith Decker hat eine Gliederung der Videowerke Paiks in ihrer Dissertation vorgenommen: Sie unterteilt sie demnach in Closed-Circuit-Installationen und Multi-Monitor-Installationen.
Unter den Multi-Monitor-Installationen nehmen zwei eine Sonderstellung ein, da sie rein durch Manipulation der Fernsehgeräte entstehen und somit an die früheren Werke Paiks anschließen.

TV Clock (1963)
Hier nimmt die abstrakte Linie von „Zen for TV“ eine gegenständliche Bedeutung an. Sie suggeriert die Zeiger einer Uhr, wenn sie sich in einer Achse befinden. (Technisch gesehen entsteht die Linie durch das Demontieren der vertikalen Ablenkvorrichtung außen am Röhrenhals: Der Elektronenstrahl bewegt sich nur mehr in der Horizontalen, das Bild bleibt auf eine Linie beschränkt. Die Neigung der Linie erreicht man durch ein entsprechendes Ausrichten des Zeilenschreibers.)
Die Installation umfaßt 12 Schwarzweiß- und 12 Farbfernseher, die jeweils die Stunden einer Nacht und eines Tages repräsentieren.

Moon is the oldest TV (1965)

Diese Installation besteht aus einer Folge von Schwarzweißmonitoren, deren Bildschirme Folgen zeigen, die an unterschiedliche Phasen des Mondzyklus erinnern. (Die Kreis- und Kreissegmentformen entstehen, wenn der Zeilenschreiber der Bildröhre nach hinten versetzt wird und durch den größeren Abstand zum Bildschirm diesen nicht mehr ausfüllen kann. Die so entstandene Fläche wird durch einen Magneten am Röhrenhals jeweils so geformt, daß sie die Gestalt verschiedener Mondphasen annimmt.) Das bläulich-weiße Licht der Bildröhre verstärkt den mimetischen Charakter des Bildes, so daß man glaubt, eine Videoaufzeichnung des Mondes zu sehen. Das angestrebte Zeitkonzept wird mit 12 Monitoren erfüllt, wobei die Progression von der völligen Dunkelheit (Neumond) bis zum vollen Kreis (Neumond) auf den monatlichen Zyklus, die Zahl zwölf auf die Monate des Jahres anspielt. Der Titel ist eine poetische Anspielung auf die Anfänge der Menschheitsgeschichte, als Mond und Sterne die einzigen Lichtquellen waren. Das moderne Großstadtleben hat diese Erinnerung fast ausgelöscht – das kalte Ferseherlicht ist an die Stelle des Mondes getreten.

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... Rechtsstand: 1. August 2012
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrecht, mit …
Strafgesetzbuch StGB: mit Einführungsgesetz, …
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, …
Arbeitsgesetze
Basistexte Öffentliches Recht: Rechtsstand: 1. …
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit …
 
   
 
     
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