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| ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Wir empfehlen: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Real Plant/Live Plant
(1978-82)
Für dieses Objekt verwendete Paik einen
alten Fernseher, dessen Bildröhre mit Erde gefüllt ist. Aus einer
Öffnung oben am Gerät wachsen Blumen. Diese werden von einer Kamera
aufgenommen, deren Aufnahme von einem winzigen Farbmonitor wiedergegeben wird.
Dieser befindet sich, von Erde umgeben, sichtbar unten rechts in der
Bildröhre.
Hier demonstriert Paik, wie austauschbar die
Begriffe REAL und LIVE für uns schon geworden sind. Die Erfahrungsmöglichkeiten
beschränken sich immer mehr auf durch von Medien vermittelte Abbilder.
Die Live-Übertragung stellt in der Fernsehwelt (verglichen mit vorproduzierten
Sendungen oder gar Spielfilmen) den größtmöglichen Realitätsgrad
dar.
Real Fish/Live Fish
(1982)
Hier wird noch einmal dasselbe Prinzip
verfolgt. In die Bildröhre eines alten Fernsehgeräts ist ein Aquarium
eingesetzt. Daneben steht ein Schwarzweißgerät, das das Bild der
Kamera wiedergibt, die das echte Aquarium aufnimmt.
Three Eggs (1981)
Hier zeigt sich der Aspekt der Verschmelzung
von Gegenstand und bildlicher Reproduktion in besonders elaborierter Form. Das
Prinzip der beiden vorherigen Arbeiten ist nun um eine Einheit
erweitert.
Das von einer Kamera aufgenommene
Hühnerei zeigt sich in gleicher Größe auf dem danebenstehenden
kleinen Farbmonitor. Daran schließt noch ein zweiter Monitor an, dessen
Bildröhre durch ein reales Ei ersetzt ist.
So entsteht eine Abfolge von realem Gegenstand,
gleich großer Abbildung und der Ineinssetzung von abbildendem Medium und
realem Gegenstand – REAL und LIVE sind also deckungsgleich geworden.
Allen Installationen gemeinsam ist die
bildhafte Verdoppelung des gezeigten Gegenstands. In qualitativer Hinsicht hat
das Abbild auch die Aufgabe, auf die bebilderte Medienwelt hinzuweisen, deren
Wunschrealität allmählich die Wirklichkeit
überlagert.
Die perfekte optische Mimesis läßt
auch nach dem Prozeß des Abbildens fragen, der eine Signalübermittlung
der Zeit ist... Mit der Closed-Circuit-Installation ist es möglich, durch
die konstituierende Funktion der Zeit in der Signalübermittlung und des
zeilenweisen Aufbauens des Bildes dieselbe in ihrem Verlauf sichtbar zu machen.
Eine weitere Arbeit, die über Bild und
Abbild reflektiert, ist „Hydra Buddha“
(1984).
Diese Installation, eigentlich keine
Closed-Circuit-Installation, stellte Paiks Beitrag zu der Ausstellung
„L’Art et le Temps“ dar, die die Visualisierung der Zeit in
der Kunst des 20. Jahrhunderts dokumentierte.
In „Hydra Buddha“ stehen zwei
Bronzemasken jeweils einem Monitor gegenüber. Diese Masken sind Paiks
Gesicht abgenommen. Die rechte Maske schneidet eine starken Widerwillen
ausdrückende Grimasse – sie ist einem Videoband
gegenübergestellt, das in sehr kurzen Sequenzen Stationen aus Paiks nun
schon 20 Jahre langen künstlerischen Schaffen zeigt. Die Sequenzen sind
aber nicht chronologisch gereiht, sondern ineinander
verschachtelt.
Die andere Maske zeigt ruhige, entspannte
Züge, raucht sogar eine Zigarette. Hier wird ein anderes Videoband gezeigt:
In immer neuen Einstellungen, meist in der Totalen, sieht man Paik in einer
öden Landschaft eine Violine an einer Schnur hinter sich ziehen. Dabei
handelt es sich um eine frühe Komposition Paiks aus dem Jahr 1961. Da man
Paik aber fast immer von hinten sieht, lassen sich die Aufnahmen zeitlich kaum
einordnen – es entsteht der Eindruck einer immerwährenden
Wanderschaft an einem unbestimmten Ort. Während das rechte Videoband also
die künstlerische Laufbahn Paiks Revue passieren läßt, zeigt das
rechte eine existentialistische Interpretation des Künstlerdaseins. Die
Violine steht (wie auch das Klavier) für die traditionelle Musik, gegen die
Paik kämpft. Indem er die Geige also mit sich schleift, ignoriert er zwar
ihre eigentliche Bestimmung, kann sich aber doch nicht von ihr trennen und
muß sie mit sich schleppen.
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